Chronik 1997-2007

März 1997 - Gentechnikfrei aus Bayern

Die Greenpeace Gruppe Coburg unterstützte 1997 das Volksbegehren "Gentechnikfrei aus Bayern" durch lokale Pressearbeit.

Soja-Mobil
Um die Verbraucher über die Gefahren von Gentechnik-Lebensmitteln zu informieren, zeigt die Greenpeace Gruppe Coburg am 16.04.1997 in Coburg und am 17.04.1997 in Neustadt bei Coburg eine Ausstellung zum Thema, die in einem LKW unterwegs war.

Gespräch mit Bürgermeister
Am 26.03.1997 fand im Hinblick auf die Mitgliedschaft der Stadt Coburg im Klimabündnis der europäischen Städte mit Oberbürgermeister Norbert Kastner ein Gespräch statt. Aufgrund dessen wurde das Energieforum Coburg gegründet, mit dem Ziel lokale Energieprojekte zu forcieren.

Infostand Wale
Am 31.05.1997 informierten wir in der Fußgängerzone über die Gefährdung des Minkwals durch Unterlaufen des Washingtoner Artenschutzabkommens. Dort konnten 200 Protestpostkarten an die Botschaften von Norwegen und Japan gesammelt werden.

Lobbayarbeit
1997 war die Greenpeace Gruppe Coburg stark in der lokalen Lobbyarbeit tätig. So wurden z. B. mehrere Gespräche mit den Verantwortlichen der HUK wegen des anstehenden Neubaus in Hinblick auf ökologische Baumaßnahmen geführt.

Weiterhin nahm Wolfgang Weiß (zuständig für Öffentlichkeitsarbeit) an folgenden Diskussionsrunden teil:

  • "Rauben wir den Kindern die Zukunft?"
  • "Bauen und Bewahren"

Beiträge im Rahmen der Volkshochschule
1997 waren die Aktiven der Gruppe auch wieder im Volkshochschulprogramm mit folgenden Vorträgen vertreten:

  • Energiewende - eine gesellschaftliche Herausforderung
  • Brauchwasserbereitung mit Sonnenkollektoren
  • Energiesparen - HAUSgemacht
  • Photovoltaik - Energie der Zukunft

 

Dezember 1998 - Der Regenwald soll leben

Am 05.12.1998 fand ein Nachmittag gemeinsam mit der VHS Coburg statt, an den „Die grünen Igel“ Poster, Transparente und Flugblätter zum Schutz des tropischen Regenwaldes gestalteten.

Aber auch 1999 war das Greenteam „Die grünen Igel“ wieder aktiv. So wurden die am 05.12.1998 erstellen Arbeiten ab dem 13.01.1999 im Rathausfoyer der Stadt Coburg der Öffentlichkeit präsentiert.

Weiterhin wurde an einem Stand am Coburger Flohmarkt durch Verkauf spendender Waren Geld gesammelt um ein Stück Regenwaldgebiet zu kaufen.

 

Mai 1999 Ausstellung “Gentechnik - Ein Spiel eine Grenzen?”

Die Ausstellung war vom 12. bis 30. April 1999 vom Gemeindezentrum St. Johannis in Rödental und vom 03. bis 20. Mai 1999 vom Rathaus der Stadt Coburg zu sehen.

Die Greenpeace Ausstellung zeigt in überschaubarer Weise die Möglichkeiten der Gentechnik im Nahrungsmittelbereich auf, fasste Kritikpunkte zusammen und wies auf Alternativen hin.

Eröffnet wurde die Ausstellung jeweils durch einen Vortrag von Lukas Noll, Mitglied der Greenpeace Gruppe Coburg.

Begeleitet wurde die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm.So fand z. B. eine Podiumsdiskussion mit gleichnamigen Titel statt, in der Dr. Klaus Minol, Beauftragter für biologische Sicherheit der Genius GmbH Darmstadt und Gerhard Land, Bioland Regionalstelle Oberfranken ihre konträren Standpunkte vertraten.

Weiterhin fanden zwei Gesprächrunden mit Jugendlichen und eine Wochenschlussandacht zum Thema Gentechnik statt.

 

Mai 1999 - GenetiXprojekt

Gemeinsam mit dem Kreisjugendring Coburg startete die Greenpeace Gruppe Coburg 15. Mai 1999 das GenetiXprojekt in der Diskothek Carolls in Frohnlach.

Im Rahmen einer Fotoaktion des GenetiXprojektmobils konnten die Jugendlichen ihr Foto als Protest gegen Gentechnik in Internet stellen lassen und sich zum Thema informieren.

 

1999 - Gelbe Karte für den Butterfinger

1999 wollte die Nestle den Schokoriegel Butterfinger mit genveränderten Mais auf den Markt bringen.

Im Rahmen einer deutschlandweiten Greenpeace-Kampagene beteiligte sich auch die Greenpeace Gruppe Coburg am Protest gegen die Pläne und verteile „Gelbe Karten“ an Tankstellen die diesen Schokoriegel vertrieben.

Mit Erfolg, der Schokoriegel mit gentechnikveränderten Inhaltsstoffen wurde in dieser Zusammensatzung wieder vom Markt genommen.

 

Oktober 1999 - Vortrag von Georg Salvamoser

Thema Energie: Vortrag von Georg Salvamoser, Solarfabrik Freiburg

Am 15.Oktober 1999 holte die Greenpeace Gruppe Coburg gemeinsam mit dem Evang. und Kath. Bildungswerk, der Bundnaturschutz Kreisgruppe Coburg und dem Naturkundemuseum einen mit Georg Salvamoser einen renommierten Referenten nach Coburg.

Georg Salvamoser verwirklichte seine Vision eines umweltfreundlichen Wirtschaftens: die Solarfabrik in Freiburg produziert Solarstrommodule, ohne die Umwelt zu belasten. Für sein erfolgreiches jahreslanges Engagement im Bereich der Photovoltaik, allen politischen und wirtschaftlichen Widerständen zum Trotz, erhielt Georg Salvamoser 1998 den Deutschen Umweltpreis. Die Veranstaltung mit dem Titel: "Zukunft Solartechnik - Energiewende ist machbar!" fand in den Räumen des Naturkundemuseum statt.

 

03/2000 Info–Container „Gebäudesanierung"

Am 15.03.2000 war eine mobile Ausstellung zur Thematik Gebäudesanierung in Coburg zu sehen. Ergänzt wurde die Aktion mit Wärmebildaufnahmen Coburger Gebäude und einer Ausstellung um Coburger Rathausfoyer zum Thema Clean Contruction.

 

02/2000 Infostand „Billigstrom“

Auch in Sachen Strom/Energie war die Greenpeace Gruppe Coburg 2000 wieder aktiv. So fand am 19.02.2000 ein Stand zur Information über die Liberalisierung des Energiemarktes und die Chancen und Risiken in der Coburger Fußgängerzone statt.

 

2000 - Multivion „Im Zeichen des Wassers!"

Der Höhepunkt des Jahres 2000 war die Organisation und Vorführung der Multivisionsschau „Im Zeichen des Wasser“.

Um die Veranstaltung zu ermöglichen, haben sich mehrere Veranstalter zusammengeschlossen:

  • Greenpeace Gruppe Coburg
  • Stadt Coburg
  • Coburger Entsorgungs-und Baubetriebe
  • SÜC – Energie und H2O GmbH
  • Fernwasserversorgung Oberfranken
  • AOK Geschäftsstelle Coburg

Die Veranstaltung wurde durch ein umfangreiches Rahmenprogramm über viele Monate lang ergänzt:

  • Fotoausstellung – Die besten Aufnahmen aus einem Sonderwettbewerb des Fotoclubs zum Thema Wasser
  • Malwettbewerb: Bilder rund ums Wasser, Greenpeace Gruppe Coburg
  • Erlebnis- und Spielnachmittag für Eltern und Kinder; Sinneserfahrung mit Wasser; Waldorfkindergarten
  • Flussradeln=Genussradeln; Rad-Boots-Bahntour durch Werratal; ADFC Vorführung der sog. Tropfenbildmethode zur Erfassung der Vitalqualität von Wasser im biologisch-dynamischer DEMETER – Anbau; Demeter-Gärtnerhof Callenberg Vessertal/ Thüringer Wald; Deutscher Alpenverein
  • Wanderung im Biosphärenreservat
  • Feldbegehung „Regenwald in Deutschland“; Bioland Regionalgruppe Coburg/Lichtenfels
  • Bäume und Wasser – Wasser und Bäume; Baumschutz Coburg
  • Auswirkungen der Massentierhaltung auf die Natur und das Wasser; Tier- und Vortrag: Naturschutzverein
  • Waldführung an Gewässern für Schulklassen; Forst- und Domänenamt Coburg
  • Einblick in die Welt der Kleinlebewesen in Fleißgewässern; Bund Naturschutz Kreisgruppe Coburg in Zusammenarbeit mit dem Büro Wasserwirbel
  • Wasser-„Geschichten“ von den Psalmen über Goethe zu Ringelnatz; kath. Und evang. Bildungswerk
  • Mit der Wünschelrute auf der Such nach Erz- und Wasseradern; Arbeitskreis Radiaesthesie an der VHS Coburg
  • Führung durch das Klärwerk, Präsentation moderner Abwassertechnik; Coburger Entsorgungs- und Baubetriebe

 

03/2001 - Bayerntreffen

Zum Zweiten Mal fand vom 02 – 04. März 2001 das Treffen der bayerischen Greenpeace Gruppe in Coburg statt. Der Programm war vielseitig gestaltet und fand allgemeinen Anklang. So fanden mehrer Vorträge statt:

  • Prof. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie mit dem Vortragstitel: „Faktor Vier“ - Die Vervielfachung der Energie- und Ressourcenproduktivität.
  • Dr. Fritz Reheis, „Die Kreativität der Langsamkeit“
  • Dr. Wolfgang Gartzke, Vorsitzender der Landtags - Enquetekommission und umweltpolitischer Sprecher der SPD – Landtagsfraktion

Daneben waren Arbeitsgruppen aktiv. Es fand eine Waldführung, eine Meditation und ein Bücherkreis statt. Außerdem wurden alle mit den neuesten Informationen direkt aus dem Hauptbüro von Greenpeace in Hamburg versorgt.

 

Juli 2001 - Waleausstellung „Giganten der Meere“

Vom 04.Mai – 31. Juli 2001 war im Jagd- und Fischereimuseum in Tambach eine gleichnamige Ausstellung zu sehen. Veranstalter waren gemeinsam die Greenpeace Gruppe Coburg, das Jagd- und Fischereimuseum Schloss Tambach und die Seevogelrettungs- und Naturschutzstation Sylt e.V., Westerland.

Die Ausstellung wurde von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

So fanden z.B. die angebotenen Schulführungen und sowie die drei Fachvorträge reges Interesse. Weiterhin wurde ein Kindernachmittag mit Malen, Basteln und Geschichten rund um die Wale angeboten.

 

November 2001 Infostand „Die fantastischen Sieben“

Unter dem oben genannten Motto stand 2001 eine bundesweite Greenpeace – Kampagne, auch die Greenpeace Gruppe Coburg setzte sich dafür ein.

Beim Informationsstand am 17.November 2001 wurde die Gruppe durch das Coburger Greenteam und die Greenpeace Gruppe Schweinfurt tatkräftig unterstützt.

Um auf die Gefährdung der letzten Urwald der Welt aufmerksam zu machen, informierten die Greenpeace, verkleidet in den entsprechenden Tier – Kostüme, die Passanten über die Problematik der Urwälder.

Jedes Tier steht dabei symbolisch für ein Urwaldgebiet der Erde:

  • Die letzten Urwälder Nordamerikas - Wolf
  • Amazonas, als größtes tropisches Urwaldgebiet - Jaguar
  • die Schneewälder Sibiriens - Sibirischer Tiger
  • die Bergwälder Chiles - Huemmel (Südandenhirsch)
  • die Regenwälder Südostasiens - Orang - Utan
  • die letzten Urwälder Europas - Braunbär
  • die Regenwälder Zentralafrikas - Waldelefant

 

2002

Zusammenarbeit mit dem evang. Bildungswerk

Folgende Veranstaltungen des evang. Bildungswerks Coburg unterstütze die Greenpeace Gruppe Coburg mit Vorträgen:

  • Energie vom Himmel
  • Treibhauseffekt: Usachen und Wirkung
  • Vortrag von Jochen Schild

Über Ökologie und Medien und seine Erfahrungen mit ökologischen Themen in den deutschen Medien berichtet der Chefredakteur des Greenpeace Magazins in Coburg. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem kath. Bildungswerk organisiert.

Überarbeitung Stromeinspeisevertrag
In Zusammenarbeit mit Greenpeace Energy wurde der Stromeinspeisevertrag der SÜC Energie und H2O GmbH für regenerativ erzeugten Strom überprüft und überarbeitet.

Klimabündnis europäischer Städte
Auch 2002 versuchten Mitarbeiter der Gruppe durch Rundschreiben positiv auf die Gemeinderatsmitglieder der Region einzuwirken sich mehr für die CO2 Reduzierung einzusetzen.

Die fantastischen Sieben
Um die Kampagne zum Schutz der letzten Urwälder weiter zu unterstützen wurden Rundschreiben versendetm mit dem Ziel, möglichst viele Unterschriften zu sammeln.

Vortrag Prof. Dr. Graßl
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "planeterde" - 2002 Jahre der Geowissenschaften des Naturkunde-Museums Coburg referierte der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Hartmut Grießl vom Max-Plank-Institut für Meterologie im Naturkunde-Museum. Der Vortrag wurde von der Greenpeace Gruppe iniziert.

 

2003 Winds of change

Das Jahr 2003 stand ganz im Zeichen der Windenergie! Mit Untersützung einiger Organisationen veranstaltet wir eine Informationsreihe mit dem Namen "Winds of change".

07.03.2003
Vortrag von Hans-Josef Fell, Mdb, Sprecher für Forschung und Technik Bündnis90/ Die Grünen Windenergie - Chancen und Förderung in Deutschland

03.04.2003
Diskussions- und Informationsrunde in der Volkshochschule Winds of change

13.04.2003
Frühlingswanderung zu den Windrädern im Lautertal mit Fachinformation vor Ort.

03.05.2003
Mit dem Rad zu den Rädern: Radtour mit dem ADFC zu den Windenergieanlagen auf dem Bretzenstein.

22.04 - 07.06.2003
Bastel- und Malwettbewerb, mit Prämierung der besten Arbeiten zum Thema Windenergie und anschließender Ausstellung der Arbeiten. Die "Gewinnerklasse" verbrachte mit uns einen Sommertag unter den Windrädern auf dem Bretzenstein.

12.05.2003
Vortrag von Joachim Keuerleber, Enercon, in Zusammenarbeit mit dem evang. Bildungswerk, Dekanat Coburg: Technische Aspekte der Nutzung der Windenergie

27.06.2003
Windräder und ihre Wirkung auf Menschen - Betrachtungen aus der Sicht eines Psychologen: Vortrag von Dipl.-Psychologie Michael Vogt im Naturkundemuseum Coburg

06.10. - 31.10.2003
Infoecke zum Thema Windenenergie in der Stadtbücherei Coburg

24.10.2003
Die Zukunft der Windenenergie, Podiumsdiskussion im Konrgesshaus Rosengarten
Diskussionsteilnehmer:

  • Helmut Sendner, Herausgeber und Chefredakteur von der Zeitschrift Energie & Management - Moderation
  • Karl Zeitler, Landrat des Landkreises Coburg
  • Hans-Josef Fell, Mdb, Sprecher für Forschung und Technik Bündnis90/ Die Grünen
  • Götz-Ulrich Luttenberger, Geschäftsführer des SÜC-Konzerns
  • Sven Teske; Leiter der Greenpeace-Kamagne für erneuerbare Energie in Deutschland
  • Günter Beermann, Landesvorsitzender des Bundesverbandes Windenergie in Bayern

 

08/2003 - "Zukunftsfähige Verkehrssysteme"

Im Rahmen der "Tour de Natur 2003" wurde am 06.08.2003 der gemeinsame Vortrag "Zukunftfähige Verkehrssysteme - welchen Verkehr brauchen Mensch und Region?" veranstaltet.

 

Juni 2004 - Ein Weltpark für Wale

Am 19.06.2004 beteiligte sich die Greenpeace Gruppe Coburg mit einer Veranstaltung in der bundesdeutschen Greenpeace - Kampagne „Ein Weltpark für Wale“. Mit Infostand und großen Banner sollte auf die Bedrohung der Meeresriesen aufmerksam gemacht werden.

 

Dezember 2004 - Vortrag von Armin Weiß

Thema: Biogas-Anlagen – eine nachhaltige Form der Energieversorgung

Freitag, 10. Dezember 2004

Auf Einladung vom Bayerischen Bauernverband und der Greenpeace-Gruppe Coburg hielt der Geschäftsführer der Firma Farmatic Anlagenbau im Gustav-Dietrich-Haus einen Vortrag zum Thema „Energie aus Biomasse – Planung, Bau und Betrieb von Biogasanlagen“. Die im schleswig-holsteinischen Nortorf ansässige Firma hat sich neben Kläranlagentechnik auf den Bau von Biogasanlagen spezialisiert. Die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Nachfrage nach Biogasanlagen enorm gesteigert.

Von diesem Aufwind profitieren auch die Landwirte, wie Wolfgang Weiß von der Greenpeace-Gruppe Coburg zu Beginn der Veranstaltung feststellte. Dabei verwies er auf einen aktuellen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, wonach der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner „einen wahren Investitionsboom bei Biomasse-Anlagen“ feststelle. Rund 900.000 Hektar würden bereits für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Und im kommenden Jahr könne sich die Zahl der Biogasanlagen von 2.000 auf 3.000 erhöhen.

Jeder, der zu lange einen Mozarella-Käse im Kühlschrank gelagert habe und eine aufgeblähte Plastikverpackung vorfinde, habe schon eine kleine Biogasanlage besessen, so Armin Weiß. In Indien würde das in einfachster Form zur Gewinnung von Methangas genutzt: Kuhdung wird in einem schwarzen Plastiksack durch die Sonne erwärmt. Das dabei entstehende Biogas wird durch einen Schlauch zur Kochstelle geführt und dort verbrannt. Die technischen Komponenten, die hinter einer modernen Biogas-Anlage stehen, sind jedoch komplexer. Die Hauptkomponenten sind: Vorlagebehälter für die organischen Imput-Stoffe, Fermenter, Gasspeicher, Blockheizkraftwerk und Restlager für das ausgegorene Substrat. Diese Komponenten sind mit Rohrleitungen, Pumpen und anderen Aggregaten miteinander verbunden und werden verfahrensspezifisch gesteuert.

Am Anfang einer jeden Anlage müsse eine Wirtschaftlichkeitsberechnung stehen, so Armin Weiß, denn: „Nur der wirtschaftliche Betrieb einer Anlage sichert die Nachhaltigkeit.“ Das EEG garantiere für 20 Jahre eine feste Vergütung für eingespeisten Strom und die genutzte Wärme aus Biogasanlagen. Dem stünden Ausgaben und Aufwendungen für die eingesetzten Rohstoffe, Personal, Wartung, Instandhaltung und Kapitalkosten gegenüber. Besonders entscheidend sei der Anlagentyp, für den man sich entscheide: entweder man baut „NawaRo“-Anlagen zur Vergärung von Gülle und Silage, oder man entscheidet sich für eine sogenannte „Co-Fermentations“-Anlage zur Verwertung organischer Abfallstoffe. Mischformen seien nicht konform mit dem EEG oder unwirtschaftlich.

Hinter dem Kürzel „NawaRo“ stehen die „nachwachsenden Rohstoffe“, also Pflanzen, die ausschließlich zum Betrieb von Biogasanlagen angebaut und geerntet werden. Mit eingesetzt werden dürfen auch Gülle und Mist von Nutztieren wie Rinder, Schweinen, Schafen oder Geflügel, während Einstreu von Heimtieren oder Pferdemist vom Reiterhof nicht verwendet werden darf. Diese rechtliche Abgrenzung nach EEG sei streng zu beachten, so Armin Weiß, denn sonst verfalle der Anspruch auf den „NawaRo“-Bonus, der immerhin 6 Cent je Kilowattstunde beträgt. Bei einer einfachen Anlage bis 500 Kilowatt elektrischer Leistung betrage die Grundvergütung 9,9 Cent. Die zusätzlichen 6 Cent für „NawaRo“-Anlagen stellen somit rund 38 Prozent der gesamten Einspeise ver gütung dar. Der unerwartete Wegfall vom Bonus hätte somit deutliche Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage. Die Einhaltung der Bestimmung werde durch die lokalen Energieversorgungsunternehmen geprüft, die den eingespeisten Strom nach den Bestimmungen des EEG abnehmen und vergüten müssen.

Der Gasertrag und somit die Energieausbeute hängt vom Trockensubstanzanteil ab: während Gülle mit 8 Prozent Trockensubstanz geringe Gaserträge erbringt, ist Maissilage mit 35 Prozent deutlich effizienter. Die höchste Energieausbeute lässt sich bei Getreide mit 85 Prozent Trockensubstanz erreichen. Klar waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung, dass damit auch zwangsläufig für die Betreiber der Anlagen eine ethische Diskussion verbunden ist, ob sie diese nun wollen oder nicht.

Bei den Co-Fermentations-Anlagen handele es sich um „Abfallentsorgungsanlagen“, die teilweise mit fast allem zurechtkommen müssen, was angeliefert wird. Deswegen ist auch eine sogenannte Hygienisierungsstufe vorgeschrieben, die das Substrats mindestens eine Stunde auf über 70 Grad erhitzt, um mögliche Keime abzutöten. So „verarbeitet“ eine dieser Anlagen in Alteno bei Duben in Brandenburg den Inhalt der Bio-Tonne aus der Bundeshauptstadt Berlin. Da seien auch gelegentlich Autobatterien, Fahrräder oder anderer Müll mit dabei. Doch alles können solche Anlagen auch nicht schlucken: die Co-Fermentations-Anlage in St. Michaelisdonn in Schleswig-Holstein wird unter anderem vom Zoll zur Entsorgung vom beschlagnahmten Güter wie Zigaretten oder Lebensmittel genutzt. Als ein Tanklastzug mit 20.000 Liter Wodka der Entsorgung zugeführt wurde, war allerdings Schluss: die Anlage kippte um und Tonnen von übel riechendem Substrat mussten entsorgt werden.

Wer sich für den Betrieb einer Biogas-Anlage entscheide, müsse sich vorab mit den rechtlichen und verfahrenstechnischen Voraussetzungen intensiv auseinander setzen, so Armin Weiß. Die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten, eine nachhaltige Wartung und Betreuung der Anlage während des Betriebes und die Verwirklichung des Kreislaufprinzips wären Bausteine zum Erfolg: das Material muss nach Durchlaufen der Biogas-Anlage der Düngemittel-Verordnung entsprechen und kann somit wieder direkt als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Vielleicht hat Staatssekretär Matthias Berninger im Bundeslandwirtschaftsministerium mit seiner Aussage, die Bauern seien die „Ölscheichs von morgen“ doch recht. Denn neben einer gesicherten Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist eine nachhaltige Sicherung der Energieversorgung ebenso lebensnotwendig. Die Bauern können einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

 

2004 Umwelttag u. TEC in Coburg

2004 arbeitete die Greenpeace Gruppe Coburg in Zusammenarbeit mit dem Energieforum Coburg und anderen Gruppierungen intensiv an der Verbreitung von Fotovoltaikanlagen in der Stadt und im Landkreis Coburg.

So waren wir z. B. am 24.04.2004 mit Informationen zu den Themen Energie und Klima beim 4. TEC (Tag der Energie in Coburg) auf dem Schlossplatz und am 25.04.2004 beim Umwelttag Ebersdorf in der Mehrzweckhalle vertreten. Weiterhin hielt Wolfgang Weiß einen Vortrag zum Thema Windenergie und den Windrädern in Tremersdorf.

 

08/2004 - Ferien für die Meere

Am Samstag, 28.08.2004 in Coburg beteiligt sich die Greenpeace Gruppe Coburg von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr in der Fußgängerzone an der deutschlandweiten Kampagne "Ferien für die Meere - Schutzgebiete jetzt!"

Greenpeace fordert die Einrichtung von Schutzgebieten in Nord- und Ostsee, zum Schutz der Arten und deren Lebensräume und zur Schaffung von Regenerationszonen. Weitere Infos unter www.greenpeace.de.

 

Juni 2004 - Vortrag von Dr. Wolfgang Ständer

Am Samstag, dem 12. Juni referierte Dr. Wolfgang Ständer, Leiter des Münchner Technologie-Instituts, im Gustav-Dietrich-Haus auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes, des Maschinen- und Betriebshilfsrings und der Greenpeace-Gruppe Coburg, über das Thema "Energie aus Biomasse - eine Chance für Landwirtschaft und Klimaschutz".

Dr. Ständer wies in seiner Einleitung auf die gegenwärtige Krise unserer Landwirtschaft hin. Die Bauern sähen sich mit steigenden Produktionskosten und sinkenden Erzeugerpreisen konfrontiert, durch die EU-Osterweiterung nähmen überschüssige Agrarflächen weiter zu. Andererseits werde der weltweit wachsende Energiebedarf durch die schwindenden fossilen Energieträger Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt, was zum Ausstoß klimaschädigender Treibhausgase führe. Die Politik habe beide Probleme allenfalls rhetorisch erfasst, bis zum heutigen Tage fehle es an konkreten Maßnahmen.

Mit seinem Konzept wäre es möglich, die Landwirtschaft zu sanieren, die wirtschaftliche Situation der Bauern erheblich zu verbessern, dem Treibhauseffekt entgegen zu wirken und die Energiewirtschaft auf eine ganz neue, von Importen unabhängige wirtschaftliche Basis zu stellen.

Um den Slogan "Der Bauer vom Land- zum Energiewirt" Wirklichkeit werden zu lassen, ist es nach Ansicht von Dr. Ständer notwendig, Biomasse in großer Menge zu niedrigen Kosten zu erzeugen. Das ist nur mit schnell wachsenden Pflanzen möglich. Es gibt weltweit allein 300 Pflanzenfamilien und mehr als 250.000 Pflanzenarten. Schnell zu wachsen, ist meist nicht das oberste Ziel von Pflanzen. Überleben ist viel wichtiger. So wachsen unsere Bäume deswegen nicht "in den Himmel", um Stürmen trotzen zu können. Unsere heimischen Baumarten verwerten für die Photosynthese gerade 10 Prozent der Sonnenenergie und sind deswegen wahre "Lichtvernichter". C4-Pflanzen, die bei der Photosynthese 4 statt 3 Kohlenstoffatome in ihrer Molekülstruktur einbinden, verwerten das Licht photosynthetisch erheblich besser als alle übrigen Pflanzen. Typische Vertreter sind Gräser wie Sorghum almum oder Mais. Im Gegensatz zu Nordamerika oder Südostasien hat es in Mitteleuropa, wegen des feuchteren, gleichmäßigeren Klimas, das Bäume mit ihrem großen Wuchs begünstigte und Waldökosysteme dominieren ließ, nie C4-Pflanzen gegeben. Nach Untersuchungen von Dr. Ständer gehören allein 61% aller weltweit existierenden C4 -Arten zur Familie der Gräser. Von denen, die höher als 3 m wachsen, sind wiederum 1.745 Arten kälteresistent und damit für unsere Klimazone geeignet. Bei Anbau geeigneter C4-Pflanzen und durch Einsatz von High-Tech ist es jetzt schon möglich, in Mitteleuropa 45 t Trockenmasse je Hektar und Jahr zu ernten. Dies reiche aus, um in Deutschland auf den für die Nahrungsmittelproduktion nicht mehr benötigten Flächen so viel Biomasse zu erzeugen, um damit die gesamte Stromversorgung sicher zu stellen

Voraussetzung für das optimale Wachstum der Energiepflanzen ist ein unterirdisches Bewässerungssystem. Bei der unterirdischen Pflanzenversorgung werden in einer Tiefe von 40-50 cm Schläuche mit ventilartigen Öffnungen verlegt. Dadurch kann man mittels neuartiger Sensoren die Zufuhr von Wasser, Nährstoffen und pflanzeneigenen Abwehrstoffen wie Salicinsäure zur Abwehr von Schädlingen so genau dosieren und regeln, dass nichts ins Grundwasser gelangt. Flächig installiert kann das Bewässerungssystem in Zeiten hohen Niederschlags dafür sorgen, dass riesige Wassermengen im Untergrund gespeichert werden, die sonst zu Überschwemmungen führen. Dadurch wird der Grundwasservorrat angereichert und der Oberflächenabfluss vermindert. Die Lebensdauer des Systems beträgt mehrere Jahrzehnte.

C4-Pflanzen überzeugen nach Ansicht von Dr. Ständer durch eine Fülle ökologischer Vorteile: Sie durchwurzeln den Boden bis in große Tiefe, Humusgehalt und Fruchtbarkeit steigen. Ihre Nährstoffe wandern im Spätjahr, vor der Ernte, auf natürliche Weise wieder zurück in ihr quickenartiges Rhizomsystem, die sie beim Austrieb erneut verwerten. Daher ist kaum Dünger notwendig. Sie sind sehr dekorativ und verleihen der Landschaft ein parkähnliches Aussehen

Der Anbau geeigneter C4-Schilfpflanzen hat den Vorteil, dass bei Ernte der Biomasse und der Verdichtung zu Briketts oder Pellets ein umweltfreundlicher Energieträger zur Verfügung steht, der vor Ort kostengünstig hergestellt werden kann und sich problemlos transportieren oder lagern lässt. Durch Druckvergasung werden diese Briketts oder Pellets in ein vorwiegend aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid bestehendes brennbares Gas umgewandelt. Mit kombinierter Gas- und Dampfturbinentechnologie ist es langfristig ohne Subventionen möglich, Strom zu Kosten von etwa nur 6 Cent/kWh herzustellen. Durch die Fischer-Tropsch-Synthese kann aus dem Biogas auch Rohbenzin oder Diesel gewonnen werden. 45 t Trockenmasse entsprechen einer Heizmenge von 11 m3 Heizöl. Aus dieser Menge kann man ca. 11.000 l Dieselkraftstoff zu einem Preis von etwa 40 Cent/l herstellen. Gegenwärtig wird am Technologie-Institut an einer Pilotanlage mit 7,5 Megawatt Leistung gearbeitet. Für eine kontinuierliche Versorgung der Anlage, die später in modularer Bauweise in Serie hergestellt werden kann, wäre eine Anbaufläche mit schnell wachsenden Energiepflanzen von ca. 700 Hektar notwendig.

Dr. Ständer ist von der Machbarkeit seines Konzeptes überzeugt. Dem gegenüber stehe das Desinteresse politischer Entscheidungsträger und der etablierten Energiewirtschaft. Der Referent ermunterte die Zuhörer zu kritischen Fragen, um mit seinen Antworten zu zeigen, dass alles bis ins Detail bedacht und "auf Herz und Nieren geprüft" ist. Was nötig sei, so Dr. Ständer, wäre eine Initiative, die endlich die ganze Gesellschaft erfassen müsse, um unsere Energie- und Rohstoffversorgung auf eine umweltfreundliche und erneuerbare Basis zu stellen. Dazu müssten auch der Bauernverband als Vertreter der Landwirtschaft und Greenpeace als Umweltschutzorganisation mitwirken.

 

07/2004 Infostand "Regenerative Energien"

Am 24.07.2004 informierte die Gruppe Coburg die Passanten in der Innenstadt über das Thema "regenerative Energien"

 

07/2004 - Infostand zu gentechnisch veränderten Futtermitteln

Am Mittwoch, 07. Juli 2004 protestierte die Greenpeace Gruppe Coburg gegen die Verwendung gentechnisch veränderter Futtermitteln in der Milchproduktion.

 

11/2006 - Unterschriftenaktion Gentechnik

Unterschriftenaktion und Infostand im Tegut-Markt Coburg zum Thema Kennzeichnungspflicht von Gentechnik in Milch und Eierprodukten
Über 250 Unterschriften wurden gesammelt.

 

31.03.2007 Eröffnung des neuen Gruppenbüros

 

03/2007 Infostand Energie

 

04/2007 Infostand Tag der Energie in Coburg