Coburg braucht die Energiewende

Eine wichtige Rolle für den Klimaschutz in Coburg spielt das Coburger Energieversorgungsunternehmen SÜC, da der Stromverbrauch von Industrie und Haushalten einen großen Anteil an den CO2 Emissionen in der CO2 Bilanz hat.

Die SÜC sieht sich laut Aussage ihres Geschäftsführers Götz-Ulrich Luttenberger im wesentlichen als ein Stromhändler und plant, in Zukunft selbst den Strom an der Energiebörse zu niedrigeren Preisen einzukaufen. (Quelle: Artikel "Gewinne mit Steuervorteil" vom 25.07.2011 im Coburger Tageblatt). 

Typischerweise besteht billiger Strom zur Grundlastversorgung an der Strombörse aus Atomstrom und Kohlestrom!

Wir fordern die Entscheidungsträger der Stadt Coburg und der SÜC dazu auf, in Zukunft bei dem Einkauf von Strom auf die Herkunft und auf die CO2-Emissionen des eingekauften Stromes zu achten und auf billigen Strom aus Kohlekraftwerken und Atomkraftwerken zu verzichten. Durch einen vermehrten Einkauf von Strom, der aus Kohlekraftwerken gewonnen wird, wird die CO2 Bilanz der gesamten Region Coburg verschlechtert.

Je mehr eigene Kraftwerke ein Energieversorgungsunternehmen besitzt, umso unabhängiger ist dieses Unternehmen von den Strompreisschwankungen an der Energiebörse. Die Entscheidungsträger der SÜC und die Stadt Coburg laufen Gefahr, die Energiewende zu verschlafen, wenn sie nicht einen neuen Kurs einschlagen und verstärkt in erneuerbare Energien und in den Ausbau eigener Kraftwerke investieren.

Das geschäftliche Risiko, NICHT in den Ausbau von erneuerbaren Energien zu investieren ist unserer Ansicht nach höher als in diese zu investieren, da der Absatz von Strom aus erneuerbaren Energien auf absehbare Zeit kalkulierbar ist. Die Strompreisentwicklung an der Energiebörse ist jedoch nicht kalkulierbar bzw. hier ist mit steigenden Preisen zu rechnen.

Laut Angabe der SÜC verlor diese zu Jahresbeginn 2010 10% ihrer Kunden nach einer Strompreiserhöhung. Ob die Kunden tatsächlich zu einem günstigerem Anbieter gewechselt sind, steht nicht außer Frage. Es ist jedoch wahrscheinlich da es sogar Anbieter gibt, die ihren Strom, der aus 100% erneuerbaren Energien stammt, zu einem niedrigeren Preis anbieten.

Wir denken, dass viele Kunden zur SÜC zurückkehren würden, wenn diese ein Konzept hätte, in dem die Gewinne aus dem Stromkundengeschäft zu 100% in den Ausbau von erneuerbaren Energien in der Region fliessen würde.